Das Stammwerk Zuffenhausen des Stuttgarter Sportwagenherstellers von oben. Auf dem weit verzweigten Werksgelände im Norden Stuttgarts werden die Fahrzeuge der Baureihe 911 sowie der vollelektrische Taycan produziert. © Porsche AG/Marco Prosch
Am Produktionsstandort Zuffenhausen, im Norden der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart, wurde der Mythos Porsche geboren: Im Jahr 1950 wurden die ersten Porsche 356 – das erste Urmodell entstand noch in Österreich – gefertigt. Ursprünglich hatten Ferry Porsche, Sohn des Unternehmensgründers, und sein Team eine Serie von 500 Fahrzeugen geplant. Tatsächlich rollten bis zum Produktionsende 1965 etwa 78.000 Porsche 356 vom Band.
Bereits im Jahr 1953 wurde die Modellpalette um den 550 Spyder erweitert. 1963 folgte die Geburt einer Legende: der erste 911. Die weltweit steigende Nachfrage machte über die Zeit verschiedene Fabrikerweiterungen erforderlich. Mit einer intelligenten Raumnutzung und kreativen Lösungen konnte Porsche trotz begrenztem Flächenangebot in Zuffenhausen die Sportwagen-Produktion konstant ausbauen – unter anderem durch mehrstöckige Produktionshallen oder Gebäudebrücken zwischen den Straßen für weitläufige Produktionslinien.
Mit dem Start der Serienfertigung des Porsche Taycan, dem ersten vollelektrischen Sportwagen von Porsche, im Jahr 2019 gingen wesentliche Veränderungen des Traditionsstandorts einher. Parallel zur bestehenden Sportwagenfertigung entstand eine „Fabrik in der Fabrik“ innerhalb des bestehenden Werks – hochmodern, vernetzt und mit innovativer Produktionstechnologie, wie etwa fahrerlosen Transportsystemen und einer zentralen Fabrik-Cloud, ausgestattet.
Heute befinden sich am Stammsitz im Norden Stuttgarts sechs Porsche Werke, ein eigenes Ausbildungszentrum, das Porsche Museum und vieles mehr. Gefertigt werden im Werk Zuffenhausen die Fahrzeuge der Baureihen 911 und Taycan. Zudem beheimatet das rund einen Quadratkilometer große Werksareal auch drei Manufakturen: die Sonderwunsch-Manufaktur für hochindividualisierte Kundenfahrzeuge, das Sonderwunsch-Programm, in dessen Rahmen Unikate mit einer Bauzeit von teilweise mehreren Jahren entstehen, und die CKF-Manufaktur, in der abseits der regulären Sportwagen-Produktionslinie die Kohlefaser-Anbauteile von 911-Leichtbaumodellen von Hand montiert werden.